Wirft man einen Blick auf Kalender für Webworker so entsteht leicht der Eindruck, man müsse sich mindestens vierteilen um von allen Events in D/A/CH was mitzubekommen. Oft steht die Frage im Raum nach welchen Kriterien man entscheidet ob man eine Veranstaltung besucht oder nicht. Für mich persönlich ist der Standortfaktor immer noch ziemlich wichtig. Ich liebe Hamburg und mag es wenn es hier vor Ort laufend Events gibt. Ein anderer Faktor ist der Nutzen, was nehme ich von der Veranstaltung mit? Ich würde nie auf die Idee kommen einen Preis zwischen 500 und 1000€ für ein Event zu zahlen um anschließend zu sagen: “Networking und Catering waren super.” Bei dem Preis schwingt einfach eine extrem hohe Erwartungshaltung mit und da haben wir den nächsten Faktor: Der Preis.
Ein BarCamp ist nach klassischer Tradition für den Teilnehmer kostenlos, sämtliche Kosten für Catering, Räumlichkeiten etc. werden von Sponsoren gedeckt.
Es gibt Themencamps und Unkonferenzen ähnlicher Art, wo man schon mal zwischen 10 und 100€ zahlt, in der Regel um sich unabhängiger von Sponsoren zu machen.
Die nächste Kategorie sind Konferenzen wie z.B. die Next in Berlin oder die LeWeb in Paris. Eher hochpreisig und in der Regel mit großartigen Speakern. Letzteres hat auf der “next10″ offensichtlich nicht so ganz geklappt wie im Blog von Thomas Knüwer nachzulesen ist aber da ich nicht vor Ort war, enthalte ich mich hier meiner Stimme.
Auf der letzten Twittnite aber auch auf diversen BarCamps etc. führte ich einige interessante Gespräche zu zukünftigen Eventformaten. Dabei kristallisierten sich folgende Punkte raus:
- Es muss keineswegs immer umsonst sein! Qualität darf und muss evlt. sogar Geld kosten.
- Es geht gleichermaßen um Input sowie Output.
- Der Wunsch nach Open Spaces ist ungebrochen.
- Innovative Speaker und keine stupiden Produktvorstellungen die jeder Teilnehmer zuvor im Web schon zig mal sehen konnte.
- Ablösung klassischer Formate, heterogene Teilnehmer.
- …
Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Was bedeutet das aber für die klassischen Plattformen? Haben diese noch eine Daseinsberechtigung? Sicherlich aber es zeigt sich sehr gut, dass sich aufgeblähte Veranstaltungsformate nur begrenzt der allgegenwärtigen Dynamik unterwerfen können. Man versucht also mit der Webciety die Cebit (welche ja von Haus aus, das etwas langweiligere IT-Event in Deutschland ist), für Webworker interessant zu machen.. Gelingt im begrenzten Maße aber ein Großteil der Besucher äußert sich anschließend mit einem: “War ok”.
Ein solches Event soll doch im Kern dazu dienen: Ideen zu entwickeln, sich inspirieren zu lassen, Kontakte zu knüpfen, Konzepte zu verwirklichen, Spannende insights zu hören usw… Es geht nicht um triste 10-15 Slots mit Speakern die über ein Produkt reden, das schon vor 3 Monaten in diversen Presseerklärungen angepriesen wurde.
Es gibt eine Reihe schöner Events an die man sich gerne zurückerinnert, die einem sehr viel gebracht haben und dauerhaft kleine Flammen im Herzen gezündet haben und Chancen offenbarten. Wir entwickeln uns laufend weiter, lasst die Events an dieser Entwicklung teilhaben. Ich bin sehr gespannt auf die TEDx Hamburg, ein Format das mir sehr zusagt mit dem Claim: “Rebooting the Future”.
15. Mai 2010 um 14:19 Uhr
Hi Christian,
schöner Aufschlag zum Thema.
Die re:campaign hat sehr gut funktioniert in Sachen Kombi aus guten Speakern am 1. Tag und Open Space (aka Minimesse von 6 Ausstellern) plus BarCamp am 2. Tag. Das ganze im Windschatten eines Groß-Events (re:publica) hatte Vor- und Nachteile. Und der Ricketpreis war mit 130.-EUR für zwei Tage gut angenommen.
Wichtig finde ich zudem den richtigen Mix aus Teilnehmern hinzubekommen, ist mit das Schwierigste. Einseits heterogen und offen, andererseits fokussierte Zielgruppenansprache, gerade wenn es um ein bestimmtes Themengebiet geht.
Bin da auch auf die TEDx in Hamburg gespannt, wie heterogen die Crowd wird.
Grüße Moritz