Heute sorgte die Schließung von Grooveshark in Deutschland für einen kurzen Moment der Aufregung bei sog. “Musikfans”. Wenn man die Seite grooveshark.com aufsuchte bekam/bekommt man folgendes zu sehen:
Erste Kommentare bei Facebook, Twitter und Co. lauteten: “Fuck off, GEMA! Geh sterben.”, ”Music streaming in Germany is killed by #GEMA.” … usw. Den Rest kann man sich denken.
Der Anbieter Grooveshark hat seinen Dienst in Deutschland – entgegen seiner Angaben – nicht wegen unverhältnismäßig hoher Betriebskosten eingestellt.
Vielmehr weigert sich Grooveshark grundsätzlich, den von ihm betriebenen Dienst überhaupt in irgendeiner Form zu vergüten. Mit der GEMA hat Grooveshark bislang auch noch in keiner Form Kontakt aufgenommen.[..]
Aus einem sehr klugen Facebook Kommentar von Nicole Simon über all die Aufregung und das Musik ja gefälligst “frei” sein sollte:
“[..]vor wie vielen Buchhandlungen protestierst Du heute weil sie Dir keinen freien Zugang zu den Büchern geben sondern Geld von Dir verlangen?
Man kann viel über Urheberrecht sagen (und ich habe meine Probleme damit) aber Urheberrecht ist die Basis zwischen Urheber und dem Nutzer unter zuhilfenahme von Verwertern. [..]
Es gibt freie Musik. Es gibt Suchmaschinen für freie Musik. Es gibt Bands die ihre Musik anbieten und dann zum Kauf anbieten. Es gibt Radio. Es gibt Sampler.
Du willst jedoch nicht den freien Zugang, Du willst den “freien” Zugang. Und die andere Seite, die Urheber haben gesagt “Ich möchte diesen Preis dafür” – den Du bzw das Bizmodell von Grooveshark nicht zu bezahlen bereit bist. [..]“
Zwischendurch kam dann noch Simfy ins Gespräch und man munkelt, dass es dort auch Probleme mit der GEMA gibt da es angeblich eine Kooperation zwischen Grooveshark und Simfy gibt/gab. Diese Kooperation wurde von Simfy abgestritten.
Meine generelle Meinung dazu: Ich bin bereit für Musik zu bezahlen aber nicht bereit den gesamten Mechanismus dahinter zu finanzieren. Im konkreten Fall ist es für mich ok, für 4,95€ im Monat auf Simfy via Stream Musik zu hören so viel ich möchte. Das ist fair, die Musik kommt direkt von den Labels/Künstlern (was bei Grooveshark nicht der Fall ist), das garantiert eine hohe Qualität, keine unprofessionellen Remixe etc. denn die könnte ich mir zu genüge bei Youtube anhören, sofern ich es wollte. Manko ist natürlich, dass nicht alle Labels beteiligt sind aber das ist in meinen Augen nur eine Frage der Zeit.
Gestern flatterte meine Beta Einladung für die Jolicloud Personal Cloud ins Mail-Postfach und heute morgen probierte ich das ganze mal aus, aber dazu später mehr. Einige Netbook-Besitzer kennen Jolicloud evtl. schon als Chrome App oder als schlankes Betriebssystem (Joli OS).
Was ist die personal cloud? Dazu einfach mal 4 Bilder aus der Slideshow:
Einmal eingeloggt, lande ich in meinem Dashboard und sehe was ich in den vergangenen tagen geliked, geshared und gepostet habe. Im folgenden Screenshot sind nur Facebook und Twitter verknüpft.
Geht man in die Settings, hat man momentan die Möglichkeit die Dienste Facebook, Twitter, Flickr, Picasa und Instagram zu importieren. Interessant wird es sicherlich, wie in den Slides sichtbar, noch Dropbox, Spotify, Google Docs etc. hinzukommen.
Wie man es schon von JoliOS gewohnt es, schafften die Entwickler es Dropbox und Google Docs ziemlich fest mit der Desktopumgebung zu verzahnen.
Es bleibt abzuwarten wie sich Jolicloud entwickelt aber im Ansatz ein spannendes Projekt auch wenn man zugeben muss, dass es nicht die erste Lösung ist, die eine Aggregation verschiedener Dienste ermöglicht.
Endlich mal wieder eine gut gemacht Facebook Kampagne. In diesem Fall will der Jugend gegen Aids e.V. auf das Kondomverbot der katholischen Kirche aufmerksam machen. Die Kampagne verknüpft Facebook mit der Realität, denn:
Unter www.facebook.com/jugendgegenaids kann die Maria per Knopfdruck zum Weinen gebracht werden, bis ihr – und damit symbolisch der katholischen Kirche – das Wasser bis zum Hals steht.
Die ca. 1 Meter große Statue kann man noch in dieser Woche live in “The Old Casino” in Hamburg anschauen.
Eine, aus meiner Sicht, sehr unterstützenswerte Kampagne die einen gelungenen Spagat zeigt. Die Idee der Verknüpfung virtuell/real, ist sicherlich nicht neu aber auf diesem Wege auf einen deutlichen Missstand hinzuweisen, ist perfekt umgesetzt.
Heute veröffentlichte die Website iphone-ticker.de einige Interessante “Statistiken” zum Thema: “Unsicher, veraltet und ohne Support: Das Update-Dilemma im Android-Land“. Tenor des ganzen war, dass iPhone Geräte um einiges besser mit Updates versorgt werden, als es bei Android-Geräten der Fall ist. Dazu wurde eine Statistik von Michael Degusta herausgekramt, die alle “gängigen” Android Geräte auflistet, dazu im Vergleich die aktuellen iPhones und die jeweiligen Update und Support Zeiträume. Beim bloßen Überfliegen fällt jedoch eines auf: Was für Geräte wurden da aufgelistet? Zum Teil sind Geräte dabei, die kaum großen Absatz erzielten.
Wer ein bisschen in der Materie steckt wird schnell merken, dass der Vergleich nicht passt.
Wer sich ein Android-Smartphone zulegt weiß in der Regel, dass Hersteller kein Stock-Android installieren somit liegt der Support nicht bei Google sondern eben beim Hersteller. Für einen Vergleich dürfte man also nur die Modelle mit Stock-Android einbeziehen. In diesem Fall das G1, Nexus One, Nexus S und Galaxy Nexus.
Wer also ein HTC Phone kauft, hat Android mit HTC Sense Oberfläche und bezieht seine Updates, in aller Regel, von HTC. Samsung, Motorola, Sony Ercisson usw. haben natürlich auch eigene Benutzeroberflächen und somit bekommt der Nutzer auch nur ein Android mit Anpassungen wenn der Hersteller soweit ist. Für einen nicht-Techy ist das in etwa so als würde Mercedes ein neues Auto vorstellen und man möchte aber gerne die AMG-Variante schon am ersten Veröffentlichungstag haben…
Und auch beim iPhone sieht man, dass das 3G bereits mit abgespeckter iOs 4 Version kam und das 3GS durch iOs 5 in den Ruhestand geschickt wird.
In dem Sinne: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Und vielen Dank an iFun für die großartige, einseitige Berichterstattung. Ich habe herzlich gelacht.
Auf Einladung der Beebop Media AG fanden sich am 19. Mai eine große Handvoll Blogger, Twitterer sowie Social Media Geeks in einem Loft in der Schanze in Hamburg ein um gemeinsam mit der federführenden Agentur “Revolutions” den Kickoff der #hh_wg Kampagne zu feiern.
Worum geht es bei #hh_wg? Der Slogan lautet: “Du hast Hamburg gerade noch gefehlt”. Dahinter steckt die Hamburg Stadtmarketing GmbH und es geht darum junge Talente, Kreative & High Potentials nach Hamburg zu lotsen. Apropos Lotsen? Der Lotse kennt sein Heimatgewässer eigentlich wie seine Westentasche aber dazu später mehr. Die jungen Talente sollen sich also bewerben, bekommen eine zur WG umfunktionierten Loftwohnung und können sich auf folgende Stellen bewerben: Eine “Social-Media-Stelle” bei der Sparda Bank und der Otto Group, ein Volontariat in der “Social-Media-Redaktion” von Radio Hamburg und eine sog. “Wildcard” (falls jemand so gar nicht weiß was er will). Okay klingt ja schon mal, bis auf die Stelle bei Otto, nicht so spektakulär. Wollten die großen Agenturen da keine Stellen rausrücken oder wie kam es dazu, dass die angebotenen Stellen eher ‘unsexy’ bis langweilig sind?
Die zukünftigen Bewohner bekommen zusätzlich Equipment um die Außenwelt über ihre Erfahrungen in Kenntnis zu setzen also Notebooks, Smartphones sowie Taschengeld für diverse Ausflüge etc.
Hier der Trailer:
Big-Brother? Nein! Es wird keine permanente Videoüberwachung sowieso Livestreams geben. Die Bewohner bloggen, twittern, checken sich sonstwo ein und ändern ihren Beziehungsstatus auf Facebook wie es ihnen passt.
Gab es wenigstens Bier? Es gab feinstes Astra, Prosecco später leider nur noch Beck’s. Cola sowie Rhabarberschorle und solides asiatisches Essen in Pappboxen. Das wunderschöne Loft wurde auf Umzug getrimmt. Statisten schleppten leere Umzugskartons durch die Gegend und taten so als würden sie die Wände streichen. Aus dieser Sicht also eine sehr gelungene Veranstaltung, großes Lob!
Kritik? Gentrifizierungsgegner oder Neider? Natürlich und von allem ein bisschen und das völlig zu recht. Wir brauchen also junge Talente in Hamburg? Erinnert mich ehrlich gesagt an den Fachkräftemangel in der IT-Branche wo man auf einmal dringend indische Fachkräfte brauchte weil man es jahrelang versäumt hat den eigenen Nachwuchs entsprechend zu bilden oder für das Thema zu begeistern. Wir müssen Hamburg durch geschicktes Marketing attraktiv machen? Nein! Hamburg ist attraktiv! Der Senat hat das nur lange Zeit verschlafen. Agenturen gehen nach Berlin, die Kreativen gehen mit (was sollen sie auch hier? In Berlin gibt es immerhin schon mal bezahlbaren Wohnraum).
Ganz ehrlich? Ich war selbst einige Zeit auf Wohnungssuche und habe mir nicht nur Wohnungen in den sog. “hippen” Stadtteilen angeschaut. Eine Wohnung zu bekommen ist generell Glücksspiel. Angenommen man hat dann doch das Glück eine zu finden, dann zahlt man seine ~400 warm für 1 Zimmer (~30 m²) oder findet ein akzeptables Zimmer in einer WG (Kostenpunkt ca. 250-300€).
Was ist mit dem Job? Die meisten Agenturen haben zwar offene Stellen wollen aber >50% selbiger mit Praktikanten füllen. Was verdient ein Praktikant in einer Agentur? Ich weiß es nicht aber würde mal meinen, das es nicht reicht um eine Wohnung sowie den Unterhalt zu bestreiten. Was man geben muss? Mehr als 40 Std. die Woche (Was kein Problem ist aber bei der Bezahlung?).
Angenommen man kommt aus einer anderen Stadt und hat schon einiges auf dem Kerbholz. Abgeschlossene Ausbildung, Studium etc. dann zitiere jetzt mal aus einigen Stellenanzeigen:
Der/Die ideale JvM-Junior-Texter/in bringt schon 1-2 Jahre Joberfahrung aus einer Kreativagentur mit. Schlau im Kopf, mit guter Allgemeinbildung, gutem Sprachgefühl, viel Phantasie und kreativem Gespür unterstützt er/sie den Texter bei allen anfallenden Aufgaben.
Klar. 1, besser 2 Jahre in einer Kreativagentur hat jeder direkt während des Studiums in Vollzeit gemacht.
Scholz und Friends sucht Junior Texter Texter. Anforderungen Mindestens 1 Jahr Erfahrung als Junior Texter/in in einer Agentur, Erfahrungen im Bereich ATL und BTL…. [..]
Auch das hat man. Besser man hat 2 um weiterhin als Junior Texter durchs Leben zu ziehen…
Nunja, man würde jetzt sagen, dass man mit weniger Erfahrung eine Trainee-Stelle nehmen sollte… Klar wenn Mum&Dad das finanzieren.. Einige Studenten, Ex-Auszubildende wollen aber auch gerne ihr Bafög oder im zweiten Fall ihre Dispos begleichen…
Aber was war mit #hh_wg? Wird da nicht alles besser? Okay, wir holen kreative junge Köpfe her und nehmen ihnen von Anfang an die Angst vor Job- und Wohnungssuche der Rest kommt schon nach. Der “Rest” steht aber vor genau dem Problem: Praktikantenjobs die schlecht bezahlt sind, hohe Lebenshaltungskosten, kaum Wohnungen… Sorry ich halte von diesem Praktikanten Verheizen nichts.
Ein guter Input kam Claudias Holler (Piratenpartei, Twitter). Er fragte warum man diese Aktion nicht auf der Veddel oder in Wilhelmsburg macht. Gute Frage… Es muss offentsichtlich ein schnöder Praktikantenjob sein der nach “Social-Media” klingt, in einem schnöden Unternehmen dafür aber wohnen in der hippen Schanze…
Meine Meinung zu der Aktion? Danke, dass ihr die derzeitige Situation unterstützt! NICHT! Ändern geht anders und fängt nicht mit dem Bauen von Luftschlössern an. Nur weil wir 4-6 Praktikanten nach Hamburg holen heißt das noch nicht, dass wir die Probleme gelöst haben und Hamburg in den Köpfen wieder “sexy” ist.
Thema des Abends sollte sein: EXPEDITION INS UNGEWISSE – Welche neue Medienwelt entdecken Verlage, Web und Social Media?
Tja eine Expedition war es sicherlich wenngleich der Moderator es nicht schaffte die Diskussion am roten Faden entlang zu führen. Sascha Lobo tat dann das, wofür eigentlich Herr Knüwer verantwortlich gewesen wäre. Er nahm das Zepter an sich und brachte viele Impulse in die Diskussion um Print, Web und die Zukunft des Journalismus ein. Nach 60 Minuten Diskussion um das Thema ob Print nun schon Tod ist, erst stirbt oder gar wieder aufersteht kam Herr Knüwer am Ende doch auf die Idee, das Urpsrungsthema nochmal für einige Minuten anzufassen. Schade ich hatte mehr erwartet.
Was mich jedoch am meisten beeindruckte war die Tatsache, dass keiner der Anwesenden (zumindest die mit ausschließlich Print-Background) so richte wusste wie man denn in diesem Internet Geld verdienen kann und statt wenigstens mal irgendwas zu machen lieber von außen zuschaut und langsam merkt wie die großen Summen des Online-Werbegeschäfts von anderen Unternehmen eingesackt werden. Ich persönlich sehe da viel Potential für Zeitungsverlage nur sollten selbige sich jetzt daran machen in diese schnell wachsenden Märkte einzudringen und nicht erstmal zu schauen ob man da überhaupt was verdienen kann. Beim Stern prophezeie ich jetzt einfach mal, dass man dort im Hause G+J die Entwicklungen seit jeher gerne mal verschläft. Ich denke gerade DIE ZEIT und Spiegel Online sind bisher auf einem sehr guten Weg. Fakt bleibt: Die Verkaufszahlen von Printerzeugnissen werden rückläufig werden. Zwar nicht auf ein gefährliches Level fallen aber es geht hier ja auch nicht darum einen Verlag mit Online Strategien zu retten sondern viel mehr einen wachsenden Markt für sich zu nutzen und am Puls der Zeit zu bleiben.